Die Geschichte des Eisstockschießens führt zurück bis ins 13. Jahrhundert. Schon zu dieser Zeit, sollen die Skandinavier ein, dem heutigen Eisstockschießen nicht unähnliches, Spiel durchgeführt haben.

1565 malte der Holländer Pieter van Breughel dieses Gemälde, auf dem bereits Eisstockschützen
abgebildet sind.
Ende des 16. Jahrhunderts fand dann eine ähnliche Sportart den Weg nach Deutschland und Österreich. Zu dieser Zeit existierten noch keine allgemeingültigen Regeln, so dass es in vielen Gebieten leicht unterschiedlich gespielt wurde.
Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts , wahrscheinlich sogar erst um 1920 bildeten sich erste Vereine. Aus dem Gesellschaftsspiel "Eisstockschießen" wurde ein Sport, der immer mehr Begeisterung fand.
1921 wurden in Deutschland erste Regeln verfasst, nach denen im gleichen Jahr die 1. Bayrischen Meisterschaften ausgetragen wurden.
Auch im Deutschen Eissport- Verband fing man an sich für diese Sportart zu interessieren. 1922 nahm man sie in den Wettkampfplan der Deutschen Winterkampfspiele auf.
1926 fanden die 1. Deutschen Meisterschaften im Eisstockschießen statt. Sieger wurde der EC Bad Reichenhall.
1936 wurde Eisstockschießen dann zum Vorführwettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch- Partenkirchen. Seit dem kämpfen Organisatoren und Eisstockfans um eine Aufnahme des Sports ins offizielle olympische Programm, bis jetzt leider erfolglos.
Wahrlich wurden zu dieser Zeit nur offizielle Wettkämpfe für Herren durchgeführt.
Das Eisstockschießen war hauptsächlich ein Sport der älteren Männer, auch jungen Leuten begegnete man auf dem Eis nur selten.
Hans Birnbaum, der vieles vom Eisstockschießen um die Jahrhundertwende übermittelt hat, sagte einmal:
"Es bietet älteren Semestern, welche noch eine platonische Liebe zum Eissport verspüren, aber nicht mehr so recht mitkommen können oder wollen, hinreichenden Ersatz und übt eine große Anziehungskraft aus, welche dem Vereinsleben und dem Vereinssäckel Vorteile bringt."
Erst 1956, 30 Jahre später, wurden die 1. Deutschen Meisterschaften der Damen ausgetragen.
Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass die Herren bereits 1951 ihre ersten Europameisterschaften durchführten. Bis es für die Damen international wurde, vergingen dann noch einmal 9 Jahre.
Am 19.Juni 1966 wurde dann die
Deutsche Eisschützen- Vereinigung (DESV) gegründet.
Damit machte sich der Eisstockverband, der bis dahin nur eine Sparte der DEV gewesen war, selbstständig.
Das Eisstockschießen immer noch ein Sport der Älteren war, zeigt dieses Beispiel: Der Bayernmeister 1958 TEV Miesbach, war mit einer Mannschaft angetreten, deren Durchschnittsalter bei 61,5 Jahren lag!
Auch heute noch liegt das Durchschnittsalter auf dem Eis relativ hoch, auch wenn immer mehr junge Leute den Weg zum Stocksport finden.
Die Mitgliederzahlen der DESV stiegen sprunghaft. 1962 waren es noch 3000, 1972 schon 30.000 und 1982 schon über 50.00 Mitglieder. 1976 zählte man außerdem insgesamt 903 Vereine in allen Bundesländern außer Schleswig- Holstein.
Auch im Sommer werden nun immer häufiger Wettkämpfe mit angepasstem Material durchgeführt. Langsam verbreitet sich der Sport auf der ganzen Welt.
Ab 1983 trug man dann auch Weltmeisterschaften auf Eis für Damen und Herren aus. Damit hatte sich die Sportart Eisstockschießen endgültig auch weltweit etabliert.
Inzwischen gehören der
International Federation Icestock Sport (IFE), die bereits 1948 gegründet wurde, 34 Nationen an:
Ägypten - Australien - Brasilien - Dänemark - Deutschland - Finnland - Frankreich - Großbritannien - Indonesien - Israel - Italien - Japan - Kanada - Kenia - Kroatien - Liechtenstein - Luxemburg - Niederlande - Norwegen - Österreich - Paraguay - Polen - Russland - Schweden - Schweiz - Singapur - Slowenien - Tschechien - Tunesien - Ukraine - Ungarn - USA - Slowakei - Namibia
In vielen Ländern der Welt existieren noch heute ähnliche Spiele, die vielleicht alle den gleichen Ursprung haben. In Island spielt man z.B. Eisboßeln, in Italien Boccia (kennt ihr sicher auch, oder?), in Südfrankreich Boule.
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